OhrenBrenner_150Tjaja, wir haben noch nichtmal richtig angefangen unsere Website mit Bildern zu bestücken, da wird schon gefragt: „Wie entsteht ein Heckenhocker-Comic?“

Nun, da ich gerade einen Testbericht für meine Partnerwebsite PIXELRASTER über meine Lieblingsgrafiksoftware geschrieben habe kann ich gerne auch hier einmal zeigen, wie der Weg von der Idee bis zum fertigen Bild ist.

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Erst kommt die Bleistiftskizze, die eingescannt wird.

1.Schritt – Die Idee

Zunächst sitze ich irgendwo mit meinem Skizzenbuch und einem Druckbleistift gemütlich herum – oft beim Kaffeetrinken – und plötzlich schlägt der Ideen-Luchs zu. Meine Bleistiftspitze wuselt über das Papier, manchmal auch das Radiergummi am anderen Ende. Und nach und nach entsteht dann eine Zeichnung, die dann noch einen Text benötigt. Oft ist die Idee erst nur rein optisch und während des Zeichnens entsteht dann im Kopf auch zwangsläufig der Text dazu.

Habe ich ein paar Ideen im Skizzenbuch vereint, wird die Zeichnung eingescannt. Andere Künstler machen das erst nachdem sie ihre Skizzen mit Fineliner oder Tusche nachgezeichnet haben um saubere Striche einzuscannen. Da muss ich leider zugeben, dass ich ein paar Probleme habe meine Hand ruhig zu halten. Zittrige Striche kann man wohl kaum als „Reinzeichnung“ bezeichnen. Aber genau das ist das Tolle an Computern, man kann die Reinzeichnung auch mit verschiedenen Programmen machen.

2.Schritt – Computerweiterbearbeitung

Ohrenbrennen_Trace

Automatisches Umwandeln in Vektorgrafik – oder nicht?

Ich habe so einige Programme ausprobiert und war verblüfft, dass nicht die teure Software wie Photoshop oder Illustrator meiner Arbeitsweise entgegenkommt, sondern ausgerechnet günstige oder sogar kostenlose (!) Software. Das Kriterium für mich war, dass ich auf dem Bildschirm komfortabel arbeiten möchte um die Striche in Reinzeichnung zu bringen. Leider kann ich den automatischen „Tracern“ nichts abgewinnen. Die sollen ein eingescanntes Bild in eine Vektorzeichnung verwandeln. Doch bei mir – vielleicht bin ich auch zu ungeduldig – werden entweder zuviele Punkte erzeugt oder Linien in Farbflächen verwandelt, wo keine sein sollen. Man muss hinterher akribisch alle Interpretationsfehler der Software ausbügeln. Und das dauert länger als ob man die Bilder gleich per Hand „durchpaust“.

3.Schritt – Manuelles Tracing

Und genau das ist nun auch mein Modus Operandi. Ich nehme also eine eingescannte Zeichnung, importiere sie in mein Lieblingsprogramm „Drawplus 6“ der Firma Serif und lege sie in eine geschützte Zeichenebene.

DrawPlus_Griffpunkte

Manuelles Erstellen der Einzelformen

In einer weiteren Ebene erzeuge ich nun Vektorlinien um die einzelnen Konturen meiner Skizze nachzubilden. Jede Figur, jedes Objekt kommt dabei in eine eigene Ebene sodass ich es hinterher noch verschieben, kolorieren oder sonstwie manipulieren kann. Das Schöne an Vektorgrafiken ist, dass man alle Linien durch „Griffpunkte“ jederzeit verbiegen und angleichen kann. So entstehen nach und nach die Linienzüge, die man braucht um eine Figur zu erzeugen. Man kann, wie es eigene Künstler machen, natürlich die Punkte der Vorlage einfach nur nachfahren ohne die Zugehörigkeit zu einem bestimmten Körperteil wahrzunehmen. Ich ziehe es allerdings vor die Linien nach ihren Körperregionen in einem Zug zu adaptieren sodass ich hinterher eindeutig „Arm links“ oder ähnliches zuordnen kann. Anders als bei unzusammenhängenden Linienzügen kann man nun beispielsweise einen Arm besser rotieren, falls mir die Pose nicht zusagt. Das macht natürlich jeder Künstler anders.

Hat man alle Figuren übernommen kann man sie relativ einfach färben. Knopfdruck genügt und man muss nicht stundenlang mit Copic-Markern etc. hantieren. In dem Bild mit der Grillkohle musste ich natürlich auch noch den kleinen Kugelgrill aus Grundformen und Vektorlinien rekonstruieren. Ebenso die Hintergrundelemente wie die Bäume und Büsche.  (Da hatte ich es allerdings etwas eilig….)  Schnell noch ein paar Sprechblasen auf einer separaten Ebene erzeugt und den Text hinzugefügt und „Voilá!“

DrawPlusScreenshot

Bildschirmfoto – Fast fertig!

Auf jeden Fall macht es doch recht viel Spaß auf diese Weise aus einer Idee ein Bild zu produzieren. Man braucht bei dieser Vorgehensweise noch nichtmal ein Zeichentablett. Alles geht bequem mit der Maus, bzw bei mir mit einem Trackball.

Wie gesagt, ich arbeite momentan sehr viel mit „DrawPlus 6“ von Serif, (Produktlink: SERIF ) aber auch das kostenlose Programm „Inkscape“, das man sich im Internet herunterladen kann, verfügt über diesen Funktionsumfang, den man braucht um mit Vektorlinien „Reinzeichnungen“ seiner Skizzen zu erstellen (Adresse: www.inkscape.org ).

Das fertige Bild

Und nun sind wir also fertig. Man beachte, dass der Grill gegenüber der Skizze in die Mitte des Bildes gerückt ist. Ein Vorteil, wenn man das Endprodukt erst im Computer reinzeichnet. Man kann bis zuletzt Änderungen machen.

So, das war mein kleiner Einblick. Ich würde mich auch über ein paar Kommentare freuen (übrigens überall auf der Website).

Grillsaison 2014

Grillsaison 2014

 

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